Mit Handgepäck um die Welt

Auf Reisen nervt es viel Gepäck mit sich rumzuschleppen. Aber kann man nur mit Handgepäck verreisen und trotzdem alles mit dabei haben? So funktioniert es!

Vorteile von nur Handgepäck

Meine längste Reise nur mit Handgepäck war bislang ein dreieinhalbwöchiger Backpacking-Trip durch Thailand. Dabei habe ich jeden Tag genossen und nichts vermisst. Mittlerweile versuche ich nur noch so zu verreisen. Kein Gepäck aufzugeben und nur mit Handgepäck zu reisen hat eine Reihe von Vorteilen:

  • Nicht mehr auf sein Gepäck warten müssen. Jeder kennt es. Man ist endlich angekommen und will nur noch in sein Hotel oder nach Hause. Stattdessen wartet man auf sein aufgegebenes Gepäck. Vor allem bei Reisen mit vielen Flügen kann dies gewaltig nerven und viel Zeit kosten.
  • Weniger Zeit am Flughafen verbringen müssen. Wer kein Gepäck aufgibt und bereits online eincheckt, kann normalerweise direkt zum Gate gehen und muss sich nicht zwei Stunden vor Abflug in die Check-in Schlange einreihen. Dadurch kann man sich locker eine Stunde Wartezeit am Flughafen sparen.
  • Nicht extra für aufgegebenes Gepäck zahlen müssen. Vor allem bei Billig-Fliegern auf Kurzstreckenflügen kostet es extra Gepäck aufzugeben. Wenn man auf seiner Reise viel mit dem Flugzeug unterwegs ist, kommt so schnell eine netten Summe zusammen. Wer nur mit Handgepäck reist, kann also einiges an Geld sparen.
  • Weniger mit sich herumschleppen müssen. Der Hauptgrund für mich nur mit Handgepäck zu verreisen ist das Gewicht. Wer weniger Gepäck mitnehmen kann, der muss auch weniger Gepäck mit sich rumschleppen. Die meisten Menschen haben die Angewohnheit, beim Packen so lange weiteren Klamotten und Gegenstände in ihren Koffer oder Rucksack zu werfen, bis er voll ist. Dadurch wiegen ihre Gepäckstücke häufig sehr viel und das Tragen wird auf Dauer zu einer Qual. Wenn man auf seiner Reise viel herumfährt, sei es ein Backpacking-Trip oder eine Fahrrad-Tour, kann dies den ganzen Urlaub vermiesen.
  • Auf weniger Gepäckstücke aufpassen müssen. Wenn man nur mit Handgepäck verreist, dann hat man automatisch weniger Gepäckstücke. Ich verreise normalerweise mit einem Rucksack und einer kleinen Laptop-Tasche bzw. Messenger Bag. Falls mir der Rucksack tagsüber zu groß ist, kann ich stattdessen die Tasche nehmen.

Handgepäckbestimmungen

Beim Handgepäck gilt für gewöhnlich eine Größen- und Gewichtsbeschränkung, die je nach Fluglinie unterschiedlich ist. Man sollte sich deshalb vorher erkundigen, was genau erlaubt ist. Billig-Flieger wie Ryanair sind dafür bekannt das Handgepäck genau auf Größe und Gewicht zu überprüfen. Falls man die maximal erlaubten Dimensionen überschreitet, muss man sein Handgepäck für relativ viel Geld vor Ort einchecken.

Stand Juni 2015
Webseite der Airlinemax. Größemax. GewichtWeiteres Gepäckstück
Air Berlin55 x 40 x 23cm8kgja, max. 40 x 30 x 10cm, 2kg
Easyjet56 x 45 x 25cmkeine Beschränkungnur bei bestimmten Ticketklassen
Lufthansa55 x 40 x 23cm8kgja, max. 30 x 40 x 10cm
Ryanair55 x 40 x 20cm10kgja, max. 35 x 20 x 20 cm

Gepäck genau durchdenken

Durch die Platz- und Gewichtsrestriktionen kann man nicht alles mitnehmen, was man sonst in seinen großen Koffer oder Rucksack gestopft hätte. Man sollte sich genau überlegen, was man auf der Reise wirklich brauchen wird und was nur ein Nice-to-have wäre. Am besten nimmt man vorangig Sachen mit, die mehrere Zwecke erfüllen können. Eine Boardshorts zum Beispiel kann auch als kurze Hose getragen werden und Laufschuhe können auch prima zum wandern angezogen werden. Manche Dinge wie Sonnencreme oder Hygieneprodukte kann man auch getrost vor Ort kaufen. Es ist natürlich einfacher nur mit Handgepäck zu verreisen, wenn man eh wenig Kleidung benötigt. Das ist vor allem dann der Fall, wenn man in warmes und trockenes Klima fährt. Warme Kleidung ist sehr schwer und sperrig. Bei Reisezielen mit viel Regen sollte man auf jeden Fall regensichere Kleidung und mehr Klamotten zum Wechseln einplanen. Hat man auf der Reise vor, Sport oder andere Freizeitaktivitäten zu machen für die man Ausrüstung benötigt, sollte man diese vor Ort ausleihen. Ist dies nicht möglich oder zu teuer, wird man nicht daran vorbei kommen, zuindest ein Gepäckstück aufzugeben.

Richtig packen

Beim Packen des Handgepäcks sollte man darauf achten, dass man nicht aus Versehen unerlaubten Gegenständen mitnimmt, die in einem aufgegebenen Koffer kein Problem darstellen würden. Dies sind zum einem größere Mengen an Flüssigkeiten und zum anderen spitze Gegenstände. Auf eine Flasche Wein oder eine Nagelschere muss man also notgedrungen verzichten. Will man trotzdem eine Flasche Wein auf dem Rückflug mitnehmen, kann man diese entweder per Post verschicken oder einfach sein Handgepäck aufgeben. Da vor allem bei Langstreckenflügen ein Gepäckstück frei ist, bleibt einem diese Option stets erhalten.

Das perfekte Handgepäckstück

Für mich ist das perfekte Handgepäckstück immer noch ein Rucksack. Ich besitze auch einen Trolley und benutze ihn für Wochenendausflüge und Geschäftsreisen, aber für längere Reisen ist er einfach nicht geeignet. Denn Trolleys haben ein höheres Eigengewicht als Rucksäcke, was bei einer Gewichtsbegrenzung des Handgepäcks schnell zu Problemen führen kann. Außerdem sind Trolleys von ihren Ausmaßen her nicht flexibel. Ein Rucksack dagegen kann je nach geltender Handgepäcksvorschrift durch seine Befüllung weniger breit, hoch oder tief gemacht werden. Zudem kann der Rucksack auch für Tagesausflüge oder Wandertouren genutzt werden, was bei einem Trolley nicht möglich ist.

Mein persönlicher Tipp

Deuter Rucksack Futura Pro, Black-Granite, 68 x 33 x 24 cm

Ich habe lange online gesucht und mich durch zahlreiche Rezensionen und Foreneinträge gelesen bis ich einen Rucksack gefunden habe, der möglichst viel Stauraum bietet und trotzdem die gängigen Handgepäcksvorschriften erfüllt. Meine Wahl ist auf den Deuter Spectro ac36 gefallen und ich bin nach über 2 Jahren immer noch sehr zufrieden. Der Spectro ist ein Wanderrucksack und deshalb besonders leicht und bequem. Er bietet 36 Liter Stauraum und hat lediglich 1,280kg Eigengewicht. Er ist 69cm hoch, 31cm breit und 24cm tief. Damit ist er eigentlich zu hoch für die meisten Fluglinien. Wenn man ihn aber nicht ganz voll packt, passt er perfekt. Nachdem man aus dem Flugzeug ausgestiegen ist, hat man so zusätzlichen Stauraum im Rucksack frei, z.B. für eine dicke Winterjacke. Beim nächsten Flug kann man die Jacke dann einfach wieder aus dem Rucksack nehmen und anziehen. Leider ist der Spectro ac36 mittlerweile nicht mehr erhältlich, deshalb empehle ich das Nachfolgemodell Deuter Futura Pro 36L.

Bild: Shayna Hobbs (Publicdomainarchive)