Rio de Janeiro

Rio de Janeiro hat alles zu bieten. Tolle Strände, beeindruckende Wahrzeichen, ein aufregendes Nachtleben und dazu eine Lockerheit, die man in so einer großen Stadt nicht erwartet hätte.

Städteführung mit Snoop Dogg und Pharrell Williams

Das Video zu Beautiful wurde in Rio de Janeiro gedreht und Snoop & Pharrell geizen nicht mit den Wahrzeichen. Sie besuchen den Strand an der Copacabana, hängen auf der Escadaria Selarón ab, schauen beim Fussball in einer Favela zu und feiern nachts eine Orgie in der Escola de Artes Visuais. Man sieht natürlich auch immer wieder den Zuckerhut und die Christusstatue im Hintergrund. Und eine Menge schöner Frauen 🙂

Rio de Janeiro als Städtereise

Eine Städtereise nach Rio de Janeiro? Hört sich zunächst total verrückt an, ich hoffe aber Euch davon überzeugen zu können, dass es eine tolle Idee ist. Zum einen sind Flüge nach Rio de Janeiro und São Paulo sind erstaunlich günstig! Ich bin z.B. mit Air France für €500 mit einer schnellen Verbindung über Paris geflogen. Zum anderen ist Rio de Janeiro eine der coolste Urlaubsziele, die es gibt. In Rio ist für jeden etwas dabei: Sonne, Strand, Kultur, Nachtleben und gutes Essen. Man sollte sich aber für die Städtereise mindestens 5-7 Tage Zeit nehmen, denn Rio de Janeiro und Umgebung haben sehr viel zu bieten!

Christus Statue

Christus der Erlöser, Cristo Redentor auf portugiesisch, ist das wohl bekannteste Wahrzeichen von Rio de Janeiro. Am besten kommt man mit dem Bus oder Taxi zur Einstiegsstelle der Zahnradbahn, die zum Gipfel des Berges Corcovado fährt, auf dem die Statue steht. Das gesamte Areal ist ein Nationalpark, weshalb die 20-minütige Fahrt den Berg hinauf bereits den Ticketpreis rechtfertigen würde. Von der Christus Statue hat man einen einmaligen Blick auf Rio de Janeiro. Leider muss man mit dem Wetter etwas Glück haben. Da der Berg 710m hoch ist, wird die Sicht schnell von Wolken verdeckt, wenn das Wetter nicht so gut ist.

Copacabana

Die Copacabana ist der sowohl bei Touristen als auch bei Einheimischen beliebteste Strandabschnitt in Rio de Janeiro. Vor allem nach Feierabend und am Wochenende ist der Strand sehr gut besucht. Man kann sich die Zeit prima damit vertreiben den Leuten beim Beachvolleyball oder Footvolley, eine Variante wo man wie beim Fußball nur die Füße und den Kopf benutzen darf, zuzuschauen. Sobald es dunkel wird sollte man den Strand aber verlassen, da es dann gefährlich wird. Copacabana grenzt an mehrere Favelas und der Reichtum der Urlauber lockt zwielichtige Gestalten an den Strand. Tagsüber habe ich mich immer sehr sicher gefühlt, da die Polizei an der Copacabana sehr viel Präsenz zeigt.

Zuckerhut

Der Zuckerhut, Morro da Urca auf portugiesisch und Sugarloaf auf englisch, liegt am nördlichen Ende der Copacabana. Am einfachsten kommt man mit dem Bus oder mit dem Taxi hin. Wer sich gerne wie ich viel bewegt, kann auch von der Copacabana aus zu Fuß hingehen, was etwa 30 Minuten dauert. Am Zuckerhut angekommen kann man entweder mit der Seilbahn die beiden Berge hochfahren, was recht teuer ist, oder man benutzt den kostenlosen Wanderpfad. Dann kann man allerdings nur auf den ersten der beiden Berge hoch, da der zweite nur per Seilbahn zu erreichen ist. Da die Aussicht vom zweiten Berg auf Rio de Janeiro besonders bei Sonnenuntergang atemberaubend ist, würde ich jedem empfehlen die Seilbahn zu nutzen!

Leblon & Ipanema

Die beiden Stadtteile liegen einen kurzen Fussweg südliche von Copacabana und bilden zusammen einen langen Stadtstrand, der es mit der Copacabana aufnehmen kann. Leblon ist der reichste Stadteil Rio de Janeiros und ein noch teureres Pflaster als Copancabana. Dafür ist Leblon abends sicherer als das Gebiet um die Copacabana und man kann unbeschwert zu Fuss unterwegs sein. In fünf Minuten Fussweg ist man bereits an der Lagoa, einem großen See der durch Kanäle mit dem Meer verbunden ist. Direkt an den See grenzt der Jardim Botânico, der botanische Garten. Neben dem botanischen Garten befindet sich die Escola de Artes Visuais do Parque Lage, die Schule der visuelle Künste. Das Gebäude ist wirklich sehr schön und liegt mitten in einem tropischen Park, so dass man sich in Mitten eines Dschungels glaubt.

Morro dos Dois Irmãos

Der Morro dos Dois Irmãos ist ein Berg mit zwei Spitzen, der südlich an Leblon grenzt. Am Fuß des Berges ist eine Favela, die aber tagsüber recht sicher ist. Ich würde trotzdem empfehlen nur als Gruppe und mit einem Einheimischen den Berg hinauf zu wandern. Bis zum Beginn des Wanderpfades kann man in der Favela ein Taxi oder Motortaxi nehmen. Der Weg den Berg hinauf dauert eine gute halbe Stunde und ist nicht ganz einfach, weshalb man sich auf jeden Fall genügend Wasser und feste Schuhe mitnehmen sollte. Ich bin den Berg mit Flip Flops hochgekraxelt und musste die letzte Strecke Barfuß gehen. Die Aussicht von den beiden Brüdern, wie der Berg übersetzt heißt, rechtfertigt aber die Anstrengung! Man kann bis in die Altstadt von Rio de Janeiro sehen und hat natürlich auch einen guten Ausblick auf den Zuckerhut und die Christus Statue. Auf dem Rückweg kann man sich dann in der Favela ein leckeres Açai holen, was man am besten als eine Mischung aus einem Smoothie und einem Eis beschreiben kann.

Morro dos Dois Irmãos

Lapa

Lapa und der benachbarte Stadtteil Santa Teresa bilden den Kern der Altstadt Rio de Janeiros. Lapa ist vor allem für sein Nachtleben bekannt. Selbst unter der Woche ist der ganze Stadtteil voll mit feierwütigen Brasilianern, die bei den Straßenständen rund um das Aquädukt auf der Travessa do Mosqueira Caipirinha trinken und danach in die Bars und Clubs weiterziehen. Die Atmosphäre ist in der Regel entspannt. Man sollte trotzdem auf Taschendiebe achten und sich nachts nur mit dem Taxi fortbewegen, selbst wenn man die Strecke in fünf Minuten zu Fuß zurücklegen könnte. So machen es die Einheimischen, und die wissen am besten wo es gefährlich ist. Ich habe mit einem Brasilianer gesprochen, der mehrfach nachts in Lapa und Copacabana überfallen wurde. Das gehört leider zum Leben dazu, wenn Reichtum und Armut so nah nebeneinander existieren.

Santa Teresa

Ein paar Minuten entfernt vom Aquädukt in Lapa befindet sich in Santa Teresa die weltberühmte Escadaria Selarón. Der chilenischen Künstler Jorge Selarón hat die Treppe in ein Kunstwerk aus farbenfrohen Kacheln verwandelt. Leider ist die Treppe sehr beliebt bei Touristen, weshalb man nie allein ist und ungestört ein Foto machen kann 😉 Nachts ist die Treppe sehr beliebt bei Jugendlichen und Straßenmusikern.

Escadaria Selarón

Favela Tour

Die meisten Hostels und Hotels in Rio de Janeiro vermitteln Tagestouren durch ausgesuchte Favelas. Dabei kann man sich einen Eindruck von den Lebensverhältnissen machen und mehr über die Geschichte der Favelas erfahren. Wer allerdings Szenen aus City of God oder grenzenlose Armut erwartet, wird enttäuscht werden. Brasilien ist schon längst kein Dritteweltland mehr und die Favelas wurden von der Regierung in den letzten zehn Jahren befriedet. Nur nachts sollte man auf keinen Fall in eine Favela gehen. Ich würde die Verhältnisse in einigen der Favelas von Rio de Janeiro eher mit denen der Mittelschicht in Mittelamerika vergleichen. Es gibt mittlerweile sogar McDonald’s Restaurants. Da die Tour sehr informativ war und die Einnahmen den Bewohnern zu Gute kommen, würde ich sie trotzdem empfehlen.

Maracanã

Das Maracanã Fußballstadium in Rio de Janeiro ist wohl das bekannteste Stadium ganz Brasiliens. Man kommt mit der U-Bahn sehr einfach hin, man muss nur etwas aufpassen, in welche Linie man einsteigt. Die U-Bahn ist zwar seit der WM teilweise in englisch ausgeschildert, aber nicht besonders gut. Ich habe mich jedenfalls zusammen mit einer englischen Freundin verfahren. Das Stadium ist tagsüber für Besichtigungen geöffnet, die Tickets sind aber für brasilianische Verhältnisse recht teuer. Stattdessen kann man für den gleichen Preis auch am Wochenende zu einem Fussballspiel gehen, dann sieht man das Stadium von innen und erlebt die Atmosphäre live mit.